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Blick auf Castello della Sala
Weinberge um das Castello
Luftaufnahme des Castello della Sala
Der charakteristische mittelalterliche Turm des Castello
Blick auf den Innenbereich des Castello della Sala
Blick auf den Weinberg des Pinot Nero, mit dessen Trauben der gleichnamige Wein produziert wird
Eingang des neuen Kellers
Fassade des modernen Kellers, der 2007 eingeweiht wurde
Von Botrytis Cinerea befallene Rebe, der Edelschimmel, der die für diese Art Wein notwendige Zuckerkonzentration begünstigt
Einige typische Barriques zum Ausbau im neuen Keller
Weingut Castello della Sala
Ubersicht
Ubersicht

Das Kastell "Castello della Sala" erhebt sich auf einem Kap aus Tuffstein (534 m. ü.M.) im umbrischen Apennin-Gebiet, nicht weit von der Grenze zur Toskana und ca. 18 km von Orvieto entfernt. Diese schöne mittelalterliche Festung befindet sich auf halbem Weg zwischen dem Fluss Paglia und dem Gipfel des Monte Nibbio. Sie ist umgeben von alten Örtchen aus der Etruskerzeit, die sich um den Hügel gruppieren.

Die Weinberge
Die Weinberge

Das Gut Castello della Sala umfasst heutzutage 500 ha, von denen 160 ha in 200-400 m. ü.M. mit Weinbergen bepflanzt sind. Der Boden sedimentären und vulkanischen Ursprungs ist lehmig und mit Fossilien aus der Pliozän-Zeit durchsetzt. Für den Hausgebrauch an Olivenöl sind ungefähr 8 ha mit Oliven bepflanzt.

Die Weinberge von Castello della Sala waren ursprünglich mit verschiedenen traditionellen Rebsorten versehen; darunter vor allem Procanico und Grechetto, die auch heute noch angebaut werden. Bei dem Procanico handelt es sich um einen Klon der umbrischen Trebbiano-Traube, die seit Urzeiten in der Gegend um Orvieto angebaut wird. Es besteht ein deutlicher Unterschied zu der toskanischen Trebbiano-Traube, da die Rebe weniger produziert und die Trauben selbst nicht so kompakt sind; die Schale ist gelblich-rosa und nicht grün wie die toskanische. Der Grechetto ist eine umbrische Rebsorte mit dicker Schale und von dunkelgelber Farbe. Sie ist wenig ertragreich und mit einem deutlichen Säure- und Tanningehalt. Das Ergebnis ist ein voller Wein mit würzigem Bukett, das an Gras bzw. frisch gemähtes Heu erinnert. Er ist von guter Struktur und Eleganz mit einem bedeutenden Potenzial zum Altern.

Zu den nicht traditionellen Rebsorten gehören etliche Chardonnay-Klone, die auf 40 ha in 230 und 340 m. ü.M. angebaut werden; des weiteren findet man 35 ha mit Sauvignon Blanc und 4,5 ha mit Pinot Nero, die 1985 angelegt wurden, und weitere 2,5 ha in 340-460 m.ü.M., die 1994 terrassenförmig angelegt wurden.

Die Weine
Die Weine

Zu den Weinen von "Castello della Sala" gehören: Cervaro della Sala, Bramito del Cervo, Conte della Vipera, Muffato della Sala, San Giovanni della Sala und Pinot Nero. Außerdem werden zwei Orvieto Classico DOC, der Campogrande und der Casasole produziert.


Außer den Weinen produziert Castello della Sala auch Ziegenkäse und Olivenöl extra vergine für den Hausgebrauch, das von den auf 7 ha angepflanzten Olivenbäumen stammt.

Geschichte
Geschichte

Die Toskana ist berechtigterweise berühmt für ihre Rotweine. Aus diesem Grund wandte sich der Marchese Niccolò (Vater des aktuellen Vorsitzenden Piero Antinori) nach Umbrien, als er beschloss auch Weißweine zu produzieren. Hier kaufte er das Castello della Sala mit seinen 29 Gutshöfen und 483 ha Land. Antinori verbesserte den Boden, zu dem damals 52 ha Weinberge und Olivenhaine gehörten, und restaurierte das Kastell aus dem 14.Jhdrt., darunter einen Empfangssaal und einige Zimmer.


Das Castello della Sala wurde 1350 für Angelo Monaldeschi della Vipera gebaut, dessen Familie im Gefolge Karls des Großen im 9.Jhdrt. nach Italien gekommen war. Seit dem 14.Jhdrt. bekämpften sich die einzelnen Mitglieder der Familie in der Herrschaft über Orvieto. Die Kämpfe nahmen so Überhand, dass 1337 Angelo und seine drei Brüder jeder einen eigenen Namen annahmen und separate Feudal-Klans bildeten: der Älteste nannte sich della Cervara (des Hirschen), ein anderer del Cane (des Hundes) und der Dritte dell"Aquila (des Adlers), Angelo, der wahrscheinlich der Kriegerischste von allen war, nannte sich della Vipera (die Viper).


Gentile, der Enkel von Angelo Monaldeschi della Vipera nannte sich als erster della Sala. 1437 übernahm er für zehn Jahre die Herrschaft über Orvieto; in jenen Jahren war er ständig im Kampf gegen die della Cervara. In den folgenden 12 Jahren kämpfte er gegen den venezianischen Kardinal Pietro Barbo, später Papst Paolo II, und seine Truppen um die Vormachtstellung über die gesamte Region. Am Ende wurde er besiegt und nach Rumänien geschickt, um die Truppen des Papstes zu kommandieren.


1480 kam es endlich zu einem Waffenstillstand und der Sohn von Gentile, Pietro Antonio Monaldeschi della Vipera della Sala heiratete seine Cousine Giovanna Monaldeschi della Cervara. Gemeinsam restaurierten sie das Kastell, welches zu einem Symbol des Friedens wurde.


Vielleicht ist ihnen die kleine Kapelle aus der Renaissance zu verdanken, die sich unterhalb der Tore des Kastells befindet und die ein großes Fresko mit den Hl. Drei Königen in Bethlehem der umbrischen Schule aus dem 15.Jhdrt. beherbergt.


Das Paar lebte bis 1518 in dem Kastell. Als Pietro Antonio starb, vermachtete es Giovanna dem Dombauamt von Orvieto, der Wohltätigkeitsanstalt der Kathedrale. Das Kastell blieb in dessen Besitz bis 1861, dem Jahr der Vereinigung von Italien. Zu dieser Zeit eignete sich der Staat alle kirchlichen Besitztümer an. Das Kastell ging von da an durch viele Hände; wenig wurde für seinen Erhalt getan, bis es schließlich 1940 in die Hände von Antinori gelangte.